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s L i b e r a l e T a g e b u c h
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Sammlung
Originaldokumente aus „Das Liberale
Tagebuch“, http://www.dr-trier.de |
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Atom und Kohle, 21. Juli 2008 Energie der Zukunft:
sicher und klimafreundlich
Die rot markeirten Passagen,
die wichtigsten Klöpse. Beachtenswete auch die ifantile sprache. Was
„wir“ so alles tun und machen wollen
… wer dieser „wir“ wohl im Einzelnen ist? 40 Prozent CO2-Reduktion bis 2020 sind machbar
Die
internationale Klimaforschung sagt übereinstimmend: Die Erderwärmung muss auf
höchstens 2 Grad begrenzt werden, um die schlimmsten Folgen einzudämmen.
Dafür muss bis 2050 die CO2-Produktion in den Industriestaaten um 80 Prozent
reduziert werden. In Deutschland steht jetzt ein drastischer Umbau der
Energieversorgung an. Er muss bis 2020 eine CO2-Reduzierung um
mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 erbringen um den deutschen Beitrag zum 2 Grad-Ziel zu leisten. 40
Prozent gegenüber 1990 – dazu müssen wir in Deutschland noch 240 Millionen
Tonnen Kohlendioxid einsparen. Mit ihrem Energieprogramm 2.0 belegt die
Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, dass wirksamer Klimaschutz und
sichere Energieversorgung ohne Atom und Kohle nicht nur möglich, ja sogar nur
mit Atomausstieg und ohne neue Kohlekraftwerke zu erreichen sind. Die
jüngsten Energiepreiserhöhungen zeigen, dass wir uns so schnell wie möglich
von den schwindenden Energieressourcen unabhängig machen müssen. Nur die Sonnenenergie (und alle mittelbar
von ihr produzierten erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Geothermische
Energie) steht quasi unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung. Die
Energiewirtschaft arbeitet gern mit Angaben über die Primärenergieerzeugung. Dass bis zu 70 Prozent der erzeugten Energie
ungenutzt an die Umwelt abgegeben wird, verschweigt sie.
Stattdessen rechnet sie die gesamte verschwendete Abwärme ineffizienter
Kraftwerke in deren Leistung mit hinein. Kohle und Atomkraft erscheinen so
unverzichtbar. Wir sagen: Schluss mit der Energieverschwendung. Bei der
Stromerzeugung muss künftig auch die Abwärme genutzt werden. Auch
die von den Energiekonzernen an die Wand gemalte Stromlücke ist ein billiges
Ablenkungsmanöver und dient nur zur Durchsetzung ihrer Konzerninteressen.
Fakt ist: Deutschland exportiert Strom und Deutschland ist künftig in der
Lage, die Stromversorgung mit Atomausstieg und ohne neue Kohlekraftwerke zu
sichern. Klimaschutz nur ohne neue KohlekraftwerkeViele
Studien belegen: Mit neuen
Braunkohletagebauen und Kohlekraftwerken würde Deutschland über Jahrzehnte
hinweg das Klima anheizen. Kohle ist der mit Abstand CO2-trächtigste
Energieträger. Dem Klima helfen wir,
indem wir Altanlagen für eine begrenzte Zeit am Netz lassen und
dann nach und nach abschalten – während wir die sauberen Energieträger
ausbauen. Neue Kohlekraftwerke schaden dem Klima, selbst wenn sie sauberer
sind, als die heute üblichen. Denn einmal gebaut, bleiben neue
Kohlekraftwerke fünfzig Jahre am Netz. Und ob die von der Energielobby
versprochene CO2-Abscheidung jemals genutzt werden kann, steht in
den Sternen. Für ein zukunftsfähiges Energiekonzept für Deutschland kommt sie
auf jeden Fall zu spät. Diese
Hypothek dürfen wir künftigen Generationen nicht aufbürden. Kohle können wir
uns in Zukunft nicht mehr leisten. Wenn die Stromerzeuger ihre
Emissionsrechte für Kohlendioxid ab 2013 europaweit kaufen müssen, werden die
Kohlekraftwerke mit ihrer enormen CO2-Fracht schlicht zu teuer. Klimaschutz nur ohne AtomenergieAtomenergie
ist nicht nur lebensgefährlich und teuer, für das Problem der Terrorgefahren
gibt es ebenso keine Lösung wie für die Endlagerung des strahlenden
Atommülls. Auch Atomkraft als
wirksames Mittel gegen den Klimakollaps ist eine gefährliche Illusion. Atomkraftwerke
tragen weltweit gerade einmal zu 2,5% zur Deckung des Energiebedarfs bei.
Tendenz: Rapide sinkend! Wenn man in
Deutschland die CO2-Emissionen durch Atomkraft senken wollte,
müsste man über 50 neue AKW bauen. Völlig irrwitzig! Auch
Atomstrom verursacht erhebliche Mengen CO2, vor allem durch den
energieintensiven Abbau von Uran. Die Klimabilanz verschlechtert sich noch,
da Atomkraft keine nutzbare Wärme
liefert, so dass zusätzlich CO2-emittierende Heizungen betrieben
werden müssen. Ein Strom-
und Wärme lieferndes Gas-Heizkraftwerk belastet das Klima weit weniger als
ein Atomkraftwerk, von der fast CO2-neutralen
Energieproduktion der Erneuerbaren Energien ganz zu schweigen. Und:
Wenn die Atomkraftwerke länger
laufen, behindern sie dringend notwendige Investitionen in
moderne Technologien und erneuerbare Energien, weil es für die
Energiekonzerne attraktiver ist, Milliardengewinne mit alter, abgeschriebener
Technologie zu machen, als in neue zu investieren. Sichere Energieversorgung mit den drei E'sUnser
Energiekonzept umfasst die wichtigen Sektoren: Strom, Wärme und Verkehr. Bei
allen liegt die Zukunft in den drei großen E's: Energieeffizienz, erneuerbare Energien und
Energieeinsparung. Die Energiewende – beim Strom
bereits eingeleitet – muss auch auf dem Wärmemarkt und beim Verkehr Platz
greifen. Mit gezielten
Forschungs- und Bildungsoffensiven
wollen wir für die notwendigen Innovationen sorgen. Zusätzliche Möglichkeiten
zum Klimaschutz bieten sich in der Landwirtschaft und der Waldpolitik. Dafür
werden wir gesonderte Konzepte vorlegen. Das
grüne Energieprogramm verbindet Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Wie
kann eine zuverlässige Energieversorgung gewährleistet werden? Eine Antwort
auf diese Frage findet man nicht in – längst zur Neige gehenden – Erdöl- und
Erdgasfeldern, Kohle- oder Urangruben. Auch der Anspruch an eine sichere Versorgung führt unweigerlich zum
sparsamen und effizienten Einsatz erneuerbarer Energien. Wir
stellen die Weichen für einen schnellen Umbau. Einige Maßnahmen werden unsere
Erwartungen übertreffen, andere entfalten ihr Potenzial womöglich erst nach
2020. Aber 40 Prozent CO2-Reduktion sind ein realistisches Ziel. Die
Rahmenbedingungen müssen allerdings schnell geschaffen werden. Dazu muss
Klimaschutz eine Querschnittsaufgabe werden. Und er verlangt politische
Führung. Anders als die Bundesregierung, die nur große Worte macht und im
Konfliktfall immer die Interessen der Energie- und Autolobby vertritt, machen
wir konkrete Maßnahmenvorschläge, wie die notwendigen Klimaziele zu erreichen
sind. Unser Energiekonzept 2.0
im Überblick
Strom: Einsparungspotenzial von 115 Millionen Tonnen CO2
Durch
Einsparung und verbesserte Energieeffizienz werden mindestens 45 Millionen
Tonnen CO2 vermieden, durch erneuerbare Energien mindestens 70 Millionen
Tonnen CO2. Dieses Ziel ist ohne Stromimport erreichbar. Wärme: Einsparungspotenzial von 115 Millionen Tonnen CO2
Durch
Energieeinsparung werden im Wärmebereich mindestens 30 Millionen Tonnen CO2
eingespart, durch erneuerbare Energien und KWK mindestens 85 Millionen Tonnen
CO2. Verkehrsbereich: Einsparungspotenzial von 50 Millionen
Tonnen CO2
Durch
Verkehrsvermeidung und -verlagerung sowie Effizienzsteigerung werden im
Verkehrsbereich mindestens 35 Millionen Tonnen CO2 vermieden und durch den
Einsatz erneuerbarer Energien mindestens 15 Millionen Tonnen CO2. Unser
grünes Programm ist insgesamt gut für 280 Millionen Tonnen CO2–Reduzierung,
ohne Atomkraft und ohne den Bau neuer Kohlekraftwerke. Dafür sind wir bereit
– anders als die Regierung – uns mit den Atom-, Kohle- und Autolobbys
anzulegen und neue Impulse für neue Technologien zu setzen. |