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20.02.2009
[Pressemitteilung 033/2009]
Schavan:
"Für die Polarforscher beginnt heute eine neue Ära"
Forschungsministerin
weiht per Live-Schaltung Polarstation Neumayer III ein
Die
Bundesregierung bietet Polarforschern in der Antarktis so gute Arbeitsmöglichkeiten
wie nie zuvor: Mit der Neumayer-Station III verfügen die Wissenschaftler von
nun an über die modernsten Technologien, die zum Erforschen der Antarktis zur
Verfügung stehen. "Heute ist ein großer Tag für die deutsche
Polarforschung", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am
Freitag, als sie während einer Festveranstaltung in Berlin die neue Station
einweihte. Die Ministerin war per Live-Schaltung mit der Neumayer III
verbunden. 13758 Kilometer entfernt von Berlin, im ewigen Eis der Antarktis,
waren auf der Neumayer-Station hochrangige internationale Repräsentanten der
Wissenschaft sowie Forscher und Techniker versammelt, um den Start der
Station zu feiern. "Neumayer III ist ein Meisterstück der
Ingenieurskunst und ein Labor mit bislang ungekannten Möglichkeiten",
sagte Schavan. "Für die Wissenschaftler im Eis beginnt heute eine neue
Ära."
Die
neue Forschungsstation erfüllt wichtige gesellschaftliche Aufgaben: Die
Wissenschaftler liefern mit ihrer Arbeit Daten, die helfen, die richtigen
Weichen in der Klimapolitik zu stellen. Weil Polarregionen Treiber in
Klimaprozessen sind, liefern die Wissenschaftler auf der Neumayer III
zentrale Informationen für die Klimaforschung. Das Erforschen der Atmosphäre
und des Ozeans, mit besonderem Fokus auf die Entwicklung des Meer-Eises und
des Anstiegs des Meeresspiegels, sind Schwerpunkte der deutschen
Polarforschung.
Die
Station dient als Basis für die wissenschaftlichen Observatorien sowie als
logistisches Zentrum für Expeditionen und Polarflugzeuge. In einer Bauzeit
von insgesamt sieben Monaten hat das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in
der Helmholtz-Gemeinschaft (AWI) die Neumayer-Station
III in zwei kurzen antarktischen Sommern errichtet. Die Station bietet
Platz für 40 Personen. Neun Personen stellen den ganzjährigen Betrieb sicher.
Als erste Forschungsstation in der Antarktis besteht die Neumayer-Station III
aus einem kombinierten Gebäude auf einer Plattform oberhalb der
Eisoberfläche, verbunden mit einer in den Schnee gebauten Garage. Die
Lebenszeit der Station wird damit deutlich länger, sie wird mindestens für
die nächsten 25 bis 30 Jahre betriebsfähig bleiben.
40
Millionen Euro hat der Bau der Neumayer III gekostet, das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) hat davon 90 Prozent - also 36 Millionen
Euro - übernommen. Die übrigen zehn Prozent teilen sich die beteiligten
Länder Bremen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Die laufenden Kosten
bestreitet das Alfred-Wegener-Institut aus seiner Grundfinanzierung. Dazu
gehören Personalkosten für die so genannten Überwinterer und das
Wartungspersonal in der Sommersaison sowie Sach- und Transportkosten. Die laufenden
Kosten werden zwischen sechs und sieben Millionen Euro pro Jahr liegen.
Neumayer
III ist auch zentrale Voraussetzung dafür, dass die Bundesrepublik
Deutschland die wissenschaftlichen und politischen Anforderungen der
internationalen Antarktisforschung erfüllen kann. Schavan: "Mit der
Station auf dem neusten Stand der Technik sind wir bestens gerüstet, unsere
Verpflichtungen im antarktischen Vertragssystem weiter wahrzunehmen."
Ministerin
Schavan wies darauf hin, dass die Neumayer III auch eine wichtige Station im Wissenschaftsjahr
2009 sei. "Das Wissenschaftsjahr 2009 lädt alle Bürgerinnen und
Bürger ein, auf 'Forschungsexpedition Deutschland' zu gehen, also eine
Entdeckungsreise durch die Wissenschafts- und Forschungslandschaft
Deutschland zu machen", sagte die Ministerin. Andere Stationen würde es
im weiteren Verlauf des Jahres auch hier zu Lande geben. Schavan: "Sie
werden es erleben: Auch in den Laboren und Denkfabriken in Deutschland gibt
es viel zu entdecken."
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